Eines gleich vorweg, auch wenn es sich von selbst verstehen sollte: Es ist verboten, diese Anleitung dazu zu benutzen, unrechtmäßige Kopien von kopierrechtlich geschütztem Filmmaterial anzufertigen.
Dieser Guide ist lediglich eine Richtlinie und keine zwingende Vorschrift. Genausowenig ist er komplett oder enthält alle Informationen, die es zu diesem Thema gibt. Es ist lediglich mal eine Zusammenstellung, die Euch ein paar Tips geben soll, wie andere Leute für sich selbst mit dem Capture zufrieden sind. Als ich mit dem ganzen Kram angefangen habe (ist so lange auch nicht her), habe ich keine Komplettanleitung gefunden, wohl aber auch, weil ich nicht wußte, wo ich suchen sollte. Ich möchte jedem ersparen, sich alles selbst zusammenzupuzzeln.
Diese Anleitung wurde mittlerweile ins Englische übersetzt
und hat einige Erweiterungen (Postprocessing mit GKnot, Avisynth) und kleine
Verbesserungen (Capture in NTSC, AR...) erhalten. Da diese Änderungen zur
Zeit noch nicht auf deutsch verfügbar sind, empfehle ich dem geneigten
Leser einen Blick auf die englische Mutterseite. Hier
der Direktlink zum Guide.
In dieser Anleitung soll vermittelt werden, wie analoges Film-Material auf den
Computer kommt. Als Quelle dient das PAL System, aufgenommen aus dem TV oder
von VHS, als Zieldatei kommt am Ende eine Divx avi Datei mit cbr-mp3 Ton heraus
in der Dateigröße, die Ihr haben wollt. Für die Experten, die
für Ihre Tonspur lieber vbr-MP3 oder ogg-Vorbis hätten, habe ich einen
Ausflug zum Thema High Quality Sound eingebaut, neu eingebracht in diese Anleitung
habe ich nun endlich auch die Erklärung aus dem Digi Capture Guide, wie
man bis zu 800 MB auf eine normale CD bekommt, alles nachzulesen im Ausflug
XCD. Dabei werden die Daten wie bei einer SVCD im Mode2 Modus auf die CD
gebrannt. Hört sich super an, hat aber auch einen kleinen Haken: Die Fehlerkorrektur
des Datenträgers ist dahin. Also behandelt die CDs pfleglich, sonst habt
Ihr sehr schnell zumindest eine Ecke im Film. Oder bleibt bei 700 MB. Aber sagt
später nicht, keiner hätte Euch gewarnt !
Weiterhin werde ich anschneiden, wie zu verfahren ist, wenn man seine fertigen Filme auf eine Video CD, SuperVideoCD oder DVD bannen will. Dabei beschränke ich mich lediglich auf die abweichenden Auflösungen sowie das Frameserving von VirtualDub in eine andere Anwendung. Wer tiefer in das Thema SVCD einsteigen möchte, für den hat sich Michael Gleitz die Mühe gemacht, in seiner umfangreichen Guide-Sammlung eine direkte Schnittstelle zu dieser Anleitung herzustellen. Dann müßt Ihr Euch nicht mit meinem Halbwissen diesbezüglich herumärgern, sondern könnt direkt zu seinem Guide abbiegen und da dann alles lesen, um von einer anhand dieser Anleitung aufgenommenen avi Datei erfolgreich eine SVCD zu erstellen. Diese ist im Ansatz auch für die Erstellung einer DVD geeignet. So macht jeder halt das, was er am besten kann. Dies ist IMO ein Beispiel für die hervorragende Zusammenarbeit von Gleitz.de und doom9.de, wofür ich allen Beteiligten herzlich danken möchte, im Besonderen dem Author und Betreiber der Seite Michael Gleitz. An der entsprechenden Stelle werde ich auf seine Schnittstelle direkt verlinken, so daß es ohne Streuverluste weitergehen kann.
Als Programm zum Aufnehmen sowie späteren Nachbearbeiten, wird VirtualDub verwendet. Denn damit ist eine bessere Qualität zu erreichen als mit MPEG2 Captures über die Software Eurer Karten. Dabei trenne ich ganz klar zwischen Aufnahme und Archivierung, das heißt, zuerst wird der Film (mit Werbung etc.) mit (nahezu) verlustfreier Komprimierung auf die Platte geschrieben und danach bearbeitet und in sein endgültiges Format gebracht. Ich werde drei grundsätzliche Möglichkeiten der Aufnahme beschreiben, welche für Euch die beste ist, kann so einfach nicht gesagt werden, es gibt immer ein für und wider, aber dieses hier als kleine Entscheidungshilfe.
Da sich immer wieder Nutzer beklagt haben, daß ihre WDM Karten nicht vernünftig mit VDub zusammenlaufen, hat Zisoft diese Anleitung um einen Teil ergänzt, der die alternative Aufnahme mit VirtualVCR beschreibt. Recht herzlichen Dank. Postprocessing findet nachwievor in VDub statt. Ich hoffe, daß wir hier bald auf deutsch das Postprocessing mit Hilfe von Avisynth und GKnot darstellen können.
Doch zunächst solltet Ihr nun drei wichtige Entscheidungen treffen:
Gewünschtes Endformat
Für welches Endformat soll man sich nun entscheiden ? Das hängt vor allem davon ab, womit der fertige Film später abgespielt werden soll. Soll der Film ausschließlich über den Computer abgespielt werden, so bietet sich der DivX Codec an. Mit diesem wird es möglich, den Film in sehr guter Qualität auf sehr wenig Speicherplatz zu schreiben. Habt Ihr aber einen Standalone DVD Player, mit dem Ihr Eure Filme abspielen möchtet, bringt Euch der DivX Codec allerdings nicht weiter. Mit ihm kann ein herkömmlicher Standalone nichts anfangen. Dieser spielt nur Filme ab, die im MPEG1- (VideoCD) oder MPEG2-Format (DVD oder SVCD) vorliegen.
Codec während der Aufnahme
Grundsätzlich sollte (nahezu) verlustfrei aufgenommen werden, dazu werde ich mich hier zweier Codecs bedienen, das wären der Huffyuv Codec (vgl verlustfreie Huffman Codierung) oder der Pic Video MJPEG Codec. Der Huffyuv Codec erzeugt die beste Qualität, das erkauft er aber durch sehr große Dateien, die in Abhängigkeit von der gewählten Auflösung schnell mal die Grenzen der Festplattenkapazität sprengen können. Er ist kostenlos verfügbar. Die zweite Wahl fällt auf einen MJPEG Codec. Dabei beschreibe ich die Aufnahme anhand des Pic Video MJPEG Codecs. Dieser ist aber nicht der einzige seiner Art. er ist aber vergleichsweise ressourcenschonend. Verwandte von ihm entstammen den Firmen Morgan und Leadtech. Deren Qualitätsvorteile lassen sich jedoch nur mit einem SEHR schnellen System ausnutzen. Der PicVideo MJPEG Codec ist im Vergleich zum Huffyuv Codec variabler zu bedienen, denn bei ihm läßt sich die Aufnahmequalität einstellen. Bei voller Qualität (Stufe 20) erreicht er in etwa die gleichen Dateigrößen wie Huffyuv, geht man etwas runter (Stufe 19 oder 18), schrumpfen die Dateien sehr schnell auf fast handliche Größen zusammen, ohne daß die Qualität sehr leidet. Es sollte allerdings nicht unerwähnt bleiben, daß der PicVideo Codec das ganze Bild etwas weicher zeichnet, was den einen oder anderen vielleicht stören mag. Außerdem ist er nicht umsonst, sondern muß kostenpflichtig registriert werden, ansonsten werden während der Aufnahme Wasserzeichen an den Rändern des Bildes erscheinen (um die wir uns allerdings später kümmern werden). Wenn größere Dateien geschrieben werden, bedeutet dies aber auch eine hohe Belastung der Hardware, da einerseits der Prozessor die Daten verarbeiten können und die Festplatte den ankommenden Datenstrom aufzeichnen muß. Daher gilt: Je schneller Platte und Prozessor sind umso besser. Auch das sollte bei der Wahl des Codecs mit eingeplant werden. Da die Dateigröße aber auch sehr stark von der gewählten Auflösung abhängt, muß darüber auch nachgedacht werden:
Auflösung, in der aufgenommen wird
Grundsätzlich gilt: Je höher die Auflösung, desto besser die Qualität, desto höher sind allerdings leider auch die Anforderungen an Hard- und Software, da mehr Informationen eingefangen, verarbeitet und aufgeschrieben werden müssen. Das gilt nicht nur für die Aufnahme sondern (leider) auch für die Nachbearbeitung. So dauert die anschließende Archivierung bei hohen Auflösungen oft ein vielfaches länger an Rechenzeit als bei einer niedrigeren. Ich werde mich hier auf drei mögliche Aulösungen beschränken:
Ich habe mich dafür entschieden, bei der "1/4 PAL Lösung" auf den Einsatz von Filtern weitgehend zu verzichten, weil sie die einfachste und schnellste Capture Möglichkeit darstellen soll, die Qualität ist ohnehin nicht sehr gut. Wer mag, kann selbstverständlich auch hier weitere Filter zur Bildverbesserung einsetzen.
384*288 (1/4 PAL) = Low Quality
+ geringe Anforderungen an Hard- und Software
+ wenig Festplattenspeicher erforderlich
+ dadurch Huffyuv auch bei kleineren Platten einsetzbar
+ kein Deinterlacing notwendig
+ kaum Filtereinsatz nötig
+ dadurch geringere Rechenzeit bei der anschließenden Archivierung
- relativ wenig Informationen werden aufgenommen
- dadurch die bescheidenste Qualität des fertigen Filmes
384*576 mit vertical resize ("1/2 PAL" <- nicht ganz
korrekt aber anschaulich) = Mid Quality
Es wird anschaulich gesagt die halbe PAL Breite (768:2=384) und volle PAL Höhe
aufgenommen, aber schon während der Aufnahme wird die PAL Höhe 2:1
heruntergerechnet, so daß die Auflösung des "fertigen" Films wieder
384*288 beträgt.
+ geringere Anforderungen an Hard- und Software als bei Full PAL, jedoch höhere
Prozessorlast
+ wenig Festplattenspeicher erforderlich
+ dadurch Huffyuv auch bei kleineren Platten einsetzbar
+ kein Deinterlacing notwendig
+ kaum Filtereinsatz nötig
+ dadurch geringere Rechenzeit bei der anschließenden Archivierung
- mehr Informationen als bei 1/4 PAL, allerdings weniger als bei Full PAL
- dadurch nur Qualitätsmittel
7xx*576 (Full PAL) = High Quality
Eigentlich ist Full PAL 768*576, verschiedene Capturekarten rechnen
die Auflösungen allerdings anders aus, so daß sich unterschiedliche
Werte ergeben. Die nun gewählte Auflösung ist der Capture Karte anzupassen,
ich benutze eine ATI Radeon und habe mich so für 720*576 entschieden.
+ so viele Informationen wie möglich werden aufgenommen
+ dadurch bestmögliche Qualität
- sehr hohe Anforderungen an Hard- und Software
- sehr viel Festplattenspeicher erforderlich
- dadurch Huffyuv kaum bei kleineren Platten einsetzbar
- Deinterlacing notwendig
- starker Filtereinsatz nötig
- dadurch große Rechenzeit bei der anschließenden Archivierung
Andere Formate (VCD: 352*288 bzw SVCD: 480*576)
Wenn Ihr eine VCD oder SVCD erstellen möchtet, MUSS das Format zum Schluß
352*288 bei einer VCD bzw 480*576 bei einer SVCD ergeben. Diese Konventionen
sind zwingend einzuhalten, ansonsten kann der Film nicht am Standalone abgespielt
oder gar nicht erst in das entsprechende Format gebrannt werden. Um diese Formate
zu erreichen, gibt es zwei grundsätzliche Möglichkeiten:
Der Film kann gleich in der entsprechenden Auflösung aufgenommen werden,
das bedeutet aber, daß in der Qualität nicht das Maximum herauskommen
kann. Daher ist es IMO besser, Full PAL aufzunehmen und das Format später
anzupassen.
Wenn Ihr Euch entschließt, VCD direkt in der Auflösung 352*288 aufzunehmen,
folgt bitte den Einstellungen für 1/4 PAL, bei einer Direktaufnahme ins
SVCD Format bzw. bei einer späteren Anpassung des Formats auf VCD oder
SVCD Standard nach Aufnahme in Full PAL bitte den Einstellungen für Full
PAL folgen. Sollten Abweichungen notwendig sein, werde ich an der entsprechenden
Stelle darauf hinweisen.
Die Entscheidung, welcher Codec mit welcher Auflösung zu kombinieren ist, kann Euch keiner abnehmen (Qualität <-> Rechenzeit). Nur Eure Hardware selber. Denn Ihr werdet nur schwerlich mit einem Pentium II @400 MHZ und 10 GB Festplatte 3 Stunden Film mit Huffyuv in Full PAL aufnehmen können ;) Wer genauere Informationen zu Auflösungen haben möchte von Jungs, die das ganze wirklich verstanden haben, der schaue doch mal in "Der Karl's Capture Karten aspect ratio fuer Dummies ;-) "
Die Entscheidung über Auflösung und Codec hat aber noch ein paar Minuten Zeit, zuerst werden wir uns darum kümmern, das System zu optimieren, die benötigte Software zu bekommen und die Aufnahme mit den allgemeinen Einstellungen vorzubereiten.
Weiter gehts zur Systemoptimierung und der benötigten Software: <NEXT>
Zurück zum Anfang: <HOME>
Last edited on: 07/11/2003 | First release: 10/22/2002 | Author: BaronVlad | Content by Doom9.de | Partner Gleitz.de