4. Nachbearbeiten des Filmes

Nachdem wir das Video aufgenommen haben, werden wir jetzt überflüssige Teile wie z.B. Werbung, schnulzige Liebesszenen etc entfernen sowie unterschiedliche Filter an die jeweilige Situation anpassen. Dazu wird das Video in VirtualDub eingeladen:
File -> open Video File
Jetzt in den Ordner gehen, in dem die spilldrives angelegt wurden. Dort. Dort die Datei capture.00.avi (oder wie sie bei Euch heißen mag, wichtig ist das "00") öffnen, die übrigen Dateien werden automatisch mitgeladen.

Filtereinsatz

Je nach gewählter Auflösung, Quelle, Art und Qualität des Films etc. sollten verschiedene Filter zum Einsatz kommen. Es gibt irrsinnig viele Filter, die alle ihre Berechtigung haben und für irgendwas gut sind, Ihr könnt sie alle ausprobieren. Der Grundbausatz ist serienmäßig dabei, viele eigene und fremde hat Donald Graft auf seiner Seite zum kostenlosen Download bereit, Ihr findet sie unter http://shelob.mordor.net/dgraft/Nach dem Download der Filter müssen Sie ins Plug-In Verzeichnis von VirtualDub kopiert werden und sind ab dem nächsten VirtualDub-Start einsatzbereit.
Ich werde mich hier auf das nötigste beschränken, Eurer Fantasie sind keine Grenzen gesetzt, wenn Ihr den Stein der Weisen entdeckt, wäre ich dankbar, es zu erfahren.
 

Jetzt zeigt sich ein Nachteil dieser hohen Auflösung: Viele Filter werden benötigt und zwingen selbst den schnellsten Rechner in die Knie, daher von mir aus nur das nötigste, wobei die Reihenfolge allerdings wichtig ist:

Deinterlacing

Das Fernsehen sendet aufeinanderfolgende Halbbilder, das nennt sich interlaced. Der Fernseher setzt diese Halbbilder zusammen, unserem Computer müssen wir das erst noch beibringen. Dieses Problem tritt erst bei (PAL-) Auflösungen größer als Höhe von 288 auf.  Das ist meine Erklärung. Wem nun die Haare zu Berge stehen, dem seien die Worte von Hawk nahegelegt.
Ich habe einige Filter ausprobiert, die das Deinterlacing für mich übernehmen, meiner Meinung nach ist der "Deinterlace MAP" von Shaun Faulds der beste für diese Zwecke. MAP heißt übrigens Motion and Pixel. Der wird nun hinzugefügt:
Video -> Filters -> Add. Nun den "Deinterlace MAP" aus der Liste wählen und mit "ok" bestätigen. Im aufspringenden Konfigurations-Fenster belasse ich alles bei den Standardeinstellungen und bestätige wieder mit "ok".

Resize
 

Den Film nun in voller PAL-Auflösung zu komprimieren, wäre nicht sehr sinnvoll, die Rechenzeit wird unerträglich, die Dateien zu groß und die Qualität nicht besser. Fast genau wie GordianKnot bei DVDs verfährt, werden wir nun auch den Film in ein neues und zwar kleineres Format bringen, z.B. 512 * 384. Ihr könnt auch jedes andere Format wählen, nur bitte achtet darauf, daß Ihr eine 4:3 Auflösung erhaltet.

Aus der Filter-Liste nun den internen resize Filter wählen. nach Klick auf "OK" öffnet sich das Konfigurations-Menü. Dort das neue Verhältnis eintragen.
Unter "Filter Mode" die Methode der Größenveränderung wählen. "Precise bicubic (0.75)" hat mir die besten Ergebnisse geliefert. Im Anschluß durch Klick auf "OK" das Konfigurationsmenü verlassen.

Der Resize Filter hängt sowohl von der Quelle als auch von der Höhe der Bitrate ab. Bei qualitativ hochwertigen Filmen und hoher Bitrate, kann auch der "Lanczos" Filter verwendet werden. Den bekommt Ihr bei der Installation von avisynth 2.06 (erhältlich im Downloadbereich von Doom9) automatisch mit.
Ist die Bitrate gering, kann auch schon mal zum "bilinear" Filter gegriffen werden.

Cropping

Diejenigen unter Euch, die eine VCD erstellen wollen, wählen hier 352*288, diejenigen, die eine SVCD oder DVD erstellen möchten sind hoffentlich schon längst bei  Michael Gleitz, wenn nicht, hier gehts lang: Guide Sammlung von Michael Gleitz (externer Link).
Den Abschnitt über "Cropping" könnt ihr bei der VCD getrost überspringen, das wird das Programm für Euch übernehmen, welches die Codierung übernimmt (z.B. TMPEG)

Alle, die als Endformat eine DivX avi Datei erhalten wollen, lesen bitte unbeirrt weiter.

Bei Spielfilmen sind meist oben und unten schwarze Ränder. Diese mitzukomprimieren verschwendet nur unnötig Platz für den eigentlichen Film, daher sollten wir sie wegschnippeln, das nennt sich "cropping". Und das geht so:

Video -> Filters -> Add
Im aufgehenden Fenster den "Nulltransform" Filter auswählen und mit "Ok" bestätigen.

Ein Klick auf "Cropping" öffnet das folgende Fenster

Wie man sich denken kann, kann man links (X1 offset), rechts (X2 offset), oben (Y1 offset) und unten (Y2 offset) schneiden.
Ich will mich hier nur über oben und unten auslassen. Jetzt müßt Ihr eine Stelle im Film finden, an der sich möglichst gut erkennen läßt, wieviel geschnitten werden kann, dazu eignet sich am besten etwas helles. Danach durch Eingabe von Werten bei Y1 und Y2 solange probieren, bis die schwarzen Balken durch graue ersetzt wurden. Dabei müßt Ihr darauf achten, daß das endgültige Format durch 2 teilbar ist, sonst quittiert der Codec und mit ihm VirtualDub bei Beginn der Umwandlung mit einer freundlichen Fehlermeldung seinen Dienst. Wenn Euer Y1 + Y2 zusammengerechnet durch zwei teilbar ist, seid Ihr bei dieser Auflösung aber auf der sicheren Seite.

Übrigens verschwinden die Wasserzeichen der MJPEG-Testversion bei den meisten Spielfilmen durch das Croppen automatisch. In die Röhre bzw. auf die Wasserzeichen schaut nur der, der eine 4:3 Sendung aufnimmt.

Nach einem Klick auf "OK" seht Ihr Eure Filter-Zusammenstellung. das sollte dann in etwa so aussehen, wenn Ihr der Anleitung vertraut habt:

Zusätzliche Filter

Bei speziellen Problemen kann man beispielsweise folgende Filter zusätzlich verwenden:

1. "Normaler" Film mit Schneemäßigem Rauschen
temporal smoother (serienmäßig) auf 2 Ticks
2nd cleaner optimized (von Jim Casaburi) mit Standardeinstellungen

2. Zeichentrick
Nur 2nd cleaner optimized
Bei Bildrauschen kann man hier auch den temporal smoother einsetzen oder noch besser den Warp Sharp (von AveryLee)


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Last edited on: 03/06/2003 | First release: 10/22/2002 | Author: BaronVlad | Content by Doom9.de | Partner Gleitz.de